Quer denken - Mensch & Natur

Beginn: Di, 08.11.2011, 18:00 Uhr

Ursprung & Sinn von Schönheit

Vortragsreihe in Kooperation mit dem Universitäts.club Klagenfurt

im Stiftungssaal des Servicegebäudes der Universität Klagenfurt


 

Programm (pdf)

 

1. Vortrag von Univ.-Prof. Dr. Josef H. REICHHOLF          \"\"

\"Schönheit – kein Handicap, sondern vorteilhaft\"
Evolutionsbiologische Befunde

Das Prachtgefieder vieler Vögel und manch andere prächtige Bildung vermochte Charles Darwin nicht mit der Anpassung an die Umwelt durch Natürliche Selektion in Einklang bringen. Sein Konzept der Sexuellen Selektion, die meistens von den Weibchen ausgeht, löste die Diskrepanz zwischen der Notwendigkeit zur Anpassung und der Freiheit zur Entfaltung (von Schönheit) nicht.
Der israelische Biologe Amotz Zahavi führte als Lösung das ‚Handicap-Prinzip‘ ein. Wer sich ein auffälliges Prachtgefieders oder ein sperriges Geweih leistet, drückt demzufolge aus, dass er (!) besonders fit ist. Dem widerspricht der Münchner Evolutionsbiologe Josef H. Reichholf: Schönheit ist kein Nachteil, sondern vorteilhaft. Sie drückt innere Zustände und ungestörte Entwicklungsvorgänge aus, die nicht nur wir Menschen zutreffend deuten, sondern auch andere Lebewesen. Das wird im Vortrag dargelegt und zur Diskussion gestellt.

Dr. rer. nat. Josef H. Reichholf war bis April 2010 Leiter der Hauptabteilung Wirbeltiere an der Zoologischen Staatssammlung in München und lehrte an beiden Münchner Universitäten. Der Verband Deutscher Biologen und Biowissenschaftlichen Gesellschaften verlieh ihm 2005 als ihre höchste Auszeichnung die Treviranus-Medaille. Gemäß Cicero-Ranking zählt er zu den 40 wichtigsten Naturwissenschaftlern Deutschlands.


2. Vortrag von Univ.-Prof. Dr. Thomas MACHO

Die Regel und die Ausnahme:
Modelle der Schönheit im kulturellen Wandel

Zwei Kriterien des Schönen scheinen einander häufig zu widersprechen: Kriterien der Ordnung, des Maßes und der Proportion – und Kriterien der Differenz, der Individualität und der Abweichung. Leonardos „Uomo Vitruviano“ entspricht nicht exakt den Regeln des goldenen Schnitts; Cindy Crawfords Leberfleck unterstreicht geradezu ihre Schönheit. Das Wechselspiel dieser beiden Perspektiven soll an einer Kulturgeschichte der Modelle und der Schönheitswettbewerbe entfaltet werden.

Prof. Dr. Thomas Macho lehrt und forscht als Professor für Kulturgeschichte an der Humboldt-Universität Berlin. Er ist Mitherausgeber des Begleitbuchs zur Ausstellung „Was ist schön?“ am Deutschen Hygiene-Museum Dresden (Göttingen: Wallstein 2010); vor wenigen Wochen erschien sein jüngstes Buch über Vorbilder (München: Wilhelm Fink 2011).

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