Vortragsreihe mit Podiumsdiskussion: „Mensch & Natur – Quer denken“

Beginn: Do, 15.03.2012, 18:00 Uhr

Co-Veranstaltung mit dem Universitäts.Club Klagenfurt

Die (Natur-)Geschichte von Gut und Böse

 

Franz Wuketits: „Wie viel Moral verträgt der Mensch?“

\"\"Die konsequente Ausweitung des Evolutionsdenkens auf den Menschen schließt auch moralische Phänomene mit ein. Moral fiel nicht vom Himmel. Verhaltensweisen, die wir als „gut“ oder „böse“ bezeichnen, sind in der Evolution durch natürliche Auslese entstanden und in der menschlichen Natur tief verwurzelt. Die evolutionäre Ethik widerspricht jedem idealisierten Menschenbild und führt zu dem Schluss, dass unsere Moralfähigkeit begrenzt sei. Aber sie erlaubt auch einen gedämpften Optimismus: Neben der Veranlagung zum „Bösen“ trägt der Mensch auch eine Disposition zum „Guten“ in sich, die unter gegebenen sozialen/kulturellen Rahmenbedingungen in Erscheinung tritt. 

 

Peter Heintel: „Der Mensch ist nicht nur, er ist sich selbst aufgegeben“

\"\"Moral als Preis von „Naturversagen“ – Ist der Mensch von Natur aus gut oder böse?Darüber hat man in und nach der Aufklärung intensiv debattiert und die Meinungen waren geteilt und sind es bis heute. Allein diese Debatte bezeugt ein gebrochenes Verhältnis zu dem, was wir Natur nennen. Diese wird – je nachdem, was man braucht – als Außenhalt verwendet. Die einen sehen unsere Moral schon in der gesamten Evolution vorbereitet und verankert, die anderen – sich nicht immer korrekt auf Charles Darwin berufend – schließen aus dem Selektionsgedanken der Natur („survival of the fittest“) auf den „natürlichen“ Egoismus aller Menschen, der angeblich indirekt insgesamt uns alle vorandrängt. Die Natur selbst gibt keine Antwort, und gäbe sie eine, wären wir imstande, sie zu bezweifeln, außer Kraft zu setzen – selbst um den Preis unseres Untergangs. Offensichtlich hat die Natur einiges offen gelassen, die Menschen förmlich dazu aufgefordert, in diesen Freiraum einzutreten, eine „zweite“ Evolution zu beginnen. Moralität und Sittlichkeit helfen, sich in diesem Entwicklungsprozess zu orientieren, sind der Preis dafür, dass wir in unserem „natürlichen“ Sein kein ausreichendes Fundament haben, uns immer auch mit unserem Sollen befassen müssen, das uns auch zur ethischen Frage zwingt: „Wollen wir alles so, wie wir es eingerichtet haben?“

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