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Geförderte Projekte

Seit dem Jahre 2002 fördert der NWV im Rahmen von Projekten verstärkt naturwissenschaftliche Grundlagenforschung in Kärnten. Die Projektförderung ist hauptsächlich als finanzielle Unterstützung zur Durchführung von Diplom- und Masterarbeiten sowie Dissertationen im Bereich von naturwissenschaftlichen Studien gedacht.

Projekteinreichungen werden bis 31. Oktober im NWV-Büro Museumgasse 2, 9020 Klagenfurt am Wörthersee und bei den Fachgruppenleitern/innen entgegengenommen. Alle Informationen zur Einreichung finden sie unter Förderrichtlinien

Informationen zu den bereits beschlossenen Projekten finden sie unter laufende Projekte und abgeschlossene Projekte

Laufende Projekte

Datensammlung und Erstellung von aktuellen Verbreitungskarten der Fische Kärntens

fische kaerntens2026In den kommenden Jahren plant die Fachgruppe Zoologie die vierte Auflage der Publikation „Fische, Neunaugen, Flusskrebse und Großmuscheln“ aus der Reihe „Natur Kärnten“. Im Zuge dessen sollen auch die Verbreitungskarten dieser Artengruppen aktualisiert werden.

Das Institut für Seenforschung, Amt der Kärntner Landesregierung, hat im Zuge der Gewässerzustandsüberwachungsverordnung (GZÜV) über einen längeren Zeitraum Fischdaten in einer Datenbank erfasst. Diese enthält jedoch keine Datensätze von Fischbestandsaufnahmen, privater oder universitärer Institutionen sowie keine aktuellen Fangdaten aus der fischereilichen Praxis.

Ziel des Projektes ist es daher, zusätzliche vorhandene Datenquellen zu identifizieren, zu erfassen und in die bestehende Datengrundlage einzubinden, um eine umfassende und aktuelle Darstellung der Verbreitungssituation der genannten Artengruppen in Kärnten zu ermöglichen.

Foto: Schleie © KIS

Die Wollschweber Kärntens – Beitrag zur Checkliste der Bombyliidae Österreichs

bombyliidae foto maynolloWollschweber (Diptera: Bombyliidae) sind als hoch angepasste Blütenbesucher eine wichtige Gruppe von Bestäuberinsekten innerhalb der Ordnung der Fliegen und Mücken. Ihre Larvenstadien parasitieren verschiedene Hymenoptera und Lepidoptera. Die Adulten bevorzugen warme, trockene Standorte und können oft an sandigen Bodenstellen beobachtet werden.

Sie werden, aufgrund ihrer oft niedrigen Individuendichte, in Studien zur Artenvielfalt von Fliegen häufig übersehen und sind besonders in Kärnten äußerst unzureichend erforscht. Mit seinem illyrisch beeinflussten Klima ist Kärnten jedoch für die Erforschung dieser wärmeliebenden Tiere potenziell besonders interessant.

In diesem Projekt soll von April bis September 2026 an ausgesuchten Standorten gezielt nach Wollschwebern gesucht und so ein Beitrag zur Gesamtartenliste Österreichs aus einem bisher unterrepräsentierten Bundesland erbracht werden.

Foto: Maynollo
Foto: Eresus moravicus Männchen

Die Mährische Röhrenspinne (Eresus moravicus) in Kärnten

Aktuelle Verbreitung und Artenschutzmaßnahmen einer vom Aussterben bedrohten Flaggschiffart des Naturschutzes

maehrische roehrenspinne2026Röhrenspinnen (Eresidae) gehören zu den großen Besonderheiten der österreichischen Tierwelt. Die auffällige Färbung der Eresus-Männchen, ein roter Hinterleib mit zwei Paaren schwarzer Flecken, erinnert an einen Marienkäfer. Die Verbreitung der Mährischen Röhrenspinne beschränkt sich auf wenige Sonderstandorte. Eresus moravicus ist in Kärnten sowie österreichweit CR – Vom Aussterben bedroht. Die anspruchsvolle, wärmeliebende Spinnenart ist auf Standorten wie vegetationsarme Trockenrasen und felsdurchsetzte Halbtrockenrasen angewiesen. Das Vorkommen von E. moravicus ist in den meisten Fällen nur durch weit zurückreichende faunistische Untersuchungen belegt. Daher besteht dringender Handlungsbedarf aktuelle Informationen über die Populationen sowie deren Lebensraum zu erlangen. Ziel des Projekts ist es, historische Fundorte in Kärnten aufzusuchen, die tatsächliche Verbreitung zu klären und eine Grundlage für wirksame Schutzmaßnahmen zu schaffen, um das langfristige Überleben dieser Flaggschiffart zu sichern.

Foto: Eresus moravicus Männchen
Foto: Roman Burgsteiner

Die Käferfauna wärmebegünstigter Sonderstandorte des Unteren Lavanttals

Projektbetreiber: Anna Greilberger, Florian Kohler, Roman Burgsteiner, Thomas Oswald
Projektbetreuer: Dr. Manuel Vilgut & Laura Waldner MSc

kaeferfauna2026Der Süden Kärntens stellt aufgrund seiner geographischen Lage ein biogeographisch bedeutsames Übergangsgebiet dar, in dem submediterrane und subpannonische Einflüsse spürbar sind. Zahlreiche Käferarten erreichen in Kärnten ihre nördliche Verbreitungsgrenze, wodurch sich insbesondere die Region des Unteren Lavanttals durch das Auftreten faunistisch bemerkenswerter Elemente der Kärntner Käferfauna auszeichnet.

Im Rahmen des Projekts werden vor allem wärmebegünstigte Standorte wie aufgelassene Schotter- und Kiesgruben, Trocken- und Magerrasen sowie ein ruderal geprägter Abschnitt einer stillgelegten Bahntrasse untersucht. Diese Lebensräume weisen ein hohes Potenzial für spezialisierte und teils seltene Käferarten auf. Ziel des Projekts ist eine Basis-Inventarisierung der Käferfauna eines bislang unzureichend bearbeiteten Landesteils Kärntens. Die gewonnenen Daten tragen zur Verbesserung der Kenntnislage der Käferfauna im Unteren Lavanttal bei und bilden eine Grundlage für den Schutz wertvoller Sonderstandorte samt ihrer Fauna und Flora.

Foto: Roman Burgsteiner

„Biologie im Team“ – Österreichs einzigartiger Biologiewettbewerb für Teams

bit bericht2026„Biologie im Team“ ist der erste und einzige österreichische Biologiewettbewerb für Teams allgemeinbildender höherer Schulen. Ziel des Projektes ist es, besonders interessierten SchülerInnen die Möglichkeit zu geben, ihr Fachwissen zu vertiefen und ihre Methodenkompetenz zu erweitern. Dabei stehen praxisnahe, wissenschaftliche Arbeit und Teamarbeit im Mittelpunkt.

Jährlich wird ein neues Schwerpunktthema von einem Lehrerteam ausgewählt und fachlich vorbereitet. Im Schuljahr 2024/25 lautet das Thema „Ready to change“. Die SchülerInnen beschäftigen sich mit aktuellen ökologischen Herausforderungen wie Neozooen, Neophyten, Klimawandel und Wegwerfgesellschaft.

Der Wettbewerb findet im Mai 2025 Seeboden statt. Dort werden gemischte Teams verschiedene Aufgaben lösen. Eine Jury aus WissenschaftlerInnen und BetreuungslehrerInnen bewertet die Ergebnisse.

Biologie im Team“ ermöglicht es den TeilnehmerInnen, gemeinsam wissenschaftliche Fragestellungen zu erforschen, kreative Lösungen zu entwickeln und so einen aktiven Beitrag zum Verständnis und Schutz unserer Umwelt zu leisten.

Abb. 1: Ziegelbruchstück mit der Herstellermarke Marcellus bzw. Marcellinus (Foto: Museum ARGENTUM).

Dünnschliffpräparation von Ziegelproben aus der Römerzeit

Projektbetreiber: Stefan Pircher
Projektbetreuerin: Dr. Claudia Dojen

duennschilff2026Im Rahmen der seit 2017 laufenden Feldforschungen in Mühldorf im Mölltal (Bez. Spittal an der Drau, Kärnten/A) wurden bereits mehrfach Artefakte zu Tage gefördert, die einerseits das öffentliche Interesse an der antiken Vergangenheit geweckt haben andererseits von Bedeutung für die Erforschung der materiellen, antiken Kultur im Südostalpenraum sind (Pircher et al. 2022; Pircher & Pösendorfer 2023a).

Abb. 1: Ziegelbruchstück mit der Herstellermarke Marcellus bzw. Marcellinus (Foto: Museum ARGENTUM).

Metamorphosengradienten der südlichen Saualpe

Förderprojekt

Projektbetreiber: Lorenz Moser
Projektbetreuer: Dr. Alexander Budsky

Die Saualpe gilt als Typlokalität der Eklogite und zählt zu den bekanntesten geologischen Gebieten im gesamten Alpenraum. Zahlreiche petrographische Studien haben sich bereits mit diesen Eklogit-faziellen Hochdruck-Hochtemperatur-Gesteinen beschäftigt. Allerdings gibt es nur wenige Arbeiten, die die niedriggradigen Einheiten und deren Bedeutung im Kontext der umfassenden tektonischen Entwicklungsgeschichte nach Süden hin untersuchen.

Ziel des Projektes ist es, den Metamorphosegradienten in der südlichen Saualpe zu untersuchen, um Erkenntnisse über die polymetamorphe Entwicklung im Zuge der
Variszischen Orogenese und der Eoalpinen Orogenese zu gewinnen. Insbesondere der Eoalpine Metamorphosegradient weist in der Saualpe ungewöhnlich stark komprimierte Isograde auf, die über nur 6-8 Kilometer von Eklogitfazies am Saualpen-Hauptkamm nördlich von Diex (Bildungsbedingungen um 22 kbar und 650°C) bis zu praktisch unmetamorphen Gesteinen im Bereich Griffen reichen. Dieser ungewöhnliche Gradient bedingt substantielle Vertikalbewegungen der Gesteine während der Exhumierungsgeschichte, die hier aufgelöst werden sollen.

Die Dohlenkrebspopulation des Oberen Gailtals

Förderprojekt

Projektbetreiber: Tobias Gratzer
Projektbetreuer: Dipl.-Ing. Jürgen Petutschnig, Priv.-Doz. Mag. Dr.rer.nat. Stephan Koblmüller

Der Dohlenkrebs (Austropotamobius pallipes) ist die seltenste der drei in Kärnten heimischen Flusskrebsarten. Er ist in Österreich durch die Einschleppung von nordamerikanischen Krebsarten und der damit verbundenen Verbreitung des Krebspesterregers (Aphanomyces astaci) stark gefährdet. Die wenigen aktuell Dohlenkrebspopulationen im Südwesten von
Kärnten sind die Einzigen natürlichen Vorkommen im gesamten Donaueinzugsgebiet. Für die von der EU geschützte und in Österreich vom Aussterben bedrohte Art sind regelmäßige Kontrollen notwendig, um mögliche Rückgänge rechtzeitig zu erkennen. Im Oberen Gailtal sind derzeit nur vier Gewässer von Dohlenkrebsen besiedelt. Im Zuge einer Bachelorarbeit sollen diese Gewässer sowie historische Vorkommen und potenzielle Gewässer auf das Vorkommen von Dohlenkrebsen hin untersucht werden. Ziel des Projekts ist es, die aktuellen Dohlenkrebsvorkommen im Oberen Gailtal besser einschätzen zu können.

BirdyCam – Eine KI-basierte Vogelerkennung

Förderprojekt

Projektbetreiber: Anna Kollmitzer, Janine Krebs, Hannah Kuester
Projektbetreuer: Dr. Andreas Kleewein

lfd projekte birdycam2024Der Prozess der Vogelzählung ist sehr fehleranfällig, zeitaufwendig und aufgrund der winterlichen Temperaturen im Januar auch sehr unangenehm. Zurzeit wird die Aufgabe von vielen Vogelbeobachter/innen ohne technische Unterstützung durchgeführt. Ein herkömmliches Futterhaus diente bisher als Futterstelle, ohne zusätzliche technische Funktionen, welche die Datenaufnahme am Futterhaus ermöglicht hätte.
In diesem Projekt sollte ein smartes Vogelhäuschen mit integrierter Kamera entwickelt werden, welches die wichtigsten heimischen Vogelarten, wie zum Beispiel die Amsel, den Feldsperling und viele weitere Arten, optisch klassifizieren kann und die Vogelbesuche ansprechend in einer App dokumentiert.
Ziel dieses Projekts ist der Bau eines Futterhaus mit integrierter Kamera, welches die heimischen Vogelarten anhand von Bildern klassifiziert. Für den/die Nutzer/in soll eine App programmiert werden, in der die aufgenommenen Bilder mit den jeweiligen Informationen zu sehen sind. Unser Projekt soll bei der Datenerfassung behilflich sein und bewusstseinsbildend im Sinne des Vogelschutzes wirken.

Die fossile Fauna des Kalksteinbruches der Wietersdorfer Zementwerke bei Klein St. Paul/Kärnten

Förderprojekt

Projektbetreiber: Dr. Claudia Dojen
Projektbetreuer: Dr. Jochen Schlammberger

Die eozänen Fossilfundstellen des Krappfeldes sind für Kärnten von besonderer Bedeutung, da gleichalte Sedimente anderenorts durch die Alpenorogenese und die Vergletscherungen während des Pleistozäns nicht erhalten sind. Zahlreiche Nummuliten, Seeigeln (Conoclypus conoidus, Plesiolampas, Echinolampas etc.), Muscheln (Ostrea, Pecten etc.), Schnecken (Velates, Turitella, etc.) sowie vereinzelt Korallen, Krebse, Hai- und Fischzähne belegen ein subtropisches Meer mit Temperaturen oberhalb des heutigen Mittelmeeres. Zahlreiche Publikationen beschäftigen sich mit den verschiedenen Tiergruppen, die erste und letzte umfangreiche Zusammenstellung wurde jedoch 1884 durch Prof. Penecke verfasst.

Ziel des Projektes ist die Zusammenstellung und Neubestimmung der Versteinerungen aus den Sammlungen des Kärnten.Museum, des Joanneum Graz sowie diversen Privatsammlungen unter modernen Gesichtspunkten.

Die Kleinsäuger Kärntens - Vorarbeiten für einen Beitrag zum Verbreitungsatlas der Säugetiere Kärntens

Förderprojekt

Projektbetreiber: Anna Rodenkirchen, BSc
Projektbetreuer: Dr. Wolfgang Honsig-Erlenburg

eichenseidenspinner copyright laura waldnerDie Fachgruppe Zoologie plant, im Rahmen der Serie „Natur Kärnten“, einen neuen Band zu den Säugetieren Kärntens herauszugeben, da die letzte Bearbeitung dieser Tiergruppe bereits 25 Jahre zurückliegt (Carinthia II, 1995 und 1996). In diesem Werk sollen die Verbreitung und Lebensweise aller in Kärnten wildlebenden Säugetiere dargestellt werden.
Während sich der Wissenstand für manche Ordnungen (z.B. Chiroptera) über die letzten Jahre durch gezielte Projekte deutlich verbessert hat, ist das derzeitige Wissen zu manchen anderen Säugetierordnungen teilweise noch recht mangelhaft. Dies trifft auch auf einige Arten der Ordnungen Insektenfresser (Eulipotyphla) und Nagetiere (Rodentia) zu.

Ziel des gegenständlichen Projekts ist zum Schluss dieser Wissenslücken beizutragen, dies soll vor allem durch Aufarbeitung bereits vorhanden Materials (Aufruf Carinthia II, 2020), Literaturrecherchen und gezielten Erhebungen bestimmter Arten im Freiland unter Verwendung von Lebendfallen und Nisthilfen erreicht werden.

Geförderte Projekte

Seit dem Jahre 2002 fördert der NWV im Rahmen von Projekten verstärkt naturwissenschaftliche Grundlagenforschung in Kärnten. Die Projektförderung ist hauptsächlich als finanzielle Unterstützung zur Durchführung von Diplom- und Masterarbeiten sowie Dissertationen im Bereich von naturwissenschaftlichen Studien gedacht.

Projekteinreichungen werden bis 31. Oktober im NWV-Büro Museumgasse 2, 9020 Klagenfurt am Wörthersee und bei den Fachgruppenleitern/innen entgegengenommen. Alle Informationen zur Einreichung finden sie unter Förderrichtlinien

Informationen zu den bereits beschlossenen Projekten finden sie unter laufende Projekte und abgeschlossene Projekte